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Mission beginnt,  wo auch immer du dich befindest…    

Erlebnisbericht von Stefanie Zaugg         (Bericht als PDF-Download mit Bildern)

Im Frühling 2016 hatte ich die Möglichkeit, zwei Wochen bei Dora und Ueli Dietrich im Missionshaus Nehemia Durrës in Albanien zu verbringen. In dieser Zeit durfte ich einen zwar kurzen und doch vielumfassenden. Einblick in die Missionsarbeit, in das Leben und in die Kultur Albaniens erhalten. Diese Erfahrung war für mich sehr wertvoll, auch daher weil ich mir vorher nicht viel unter Mission im Konkreten vorstellen konnte. Nach dem Frühstück und der Andacht mit dem Team durfte ich jeweils mit Dietrichs oder mit Angestellten von Nehemia mitlaufen und in ihre Arbeit sehen. Dazu gehörten zum Beispiel die fünf Tage Kinderbetreuung pro Woche in der Kindertagesstätte, wo die Kinder schulisch wie auch biblisch gelehrt und in ihren Hausaufgaben unterstützt werden. Dabei gingen aber auch Essen, Spiele, Bastelarbeiten und das gemeinsame Singen für Jesus nicht vergessen. Die Kinder reagierten sehr neugierig und offen auf meinen Besuch und die Tatsache, dass ich praktisch kein Albanisch verstehen konnte,  hat sie nur wenig bis gar nicht gestört. Ich selber war auch immer wieder begeistert zu sehen wie gut man sich auch ohne der vorhandenen Sprache mit den hemmungslosen Kindern verständigen kann und hatte Spass zu sehen, dass sich Spiele wie "Schere-Stein-Papier" oder "Daumendrücken" genau so leicht in Albanien spielen lassen, wie bei uns in der Schweiz. Ein anderer Zweig von Nehemia ist die kirchliche Arbeit. Einerseits findet diese im Missionshaus selber statt, andererseits aber auch in den umliegenden Dörfern. Dietrichs und das Team besuchen diese Gruppen ein-  bis zweimal wöchentlich um ihnen das Evangelium weiterzugeben, mit ihnen zu beten und zu helfen wo auch immer es möglich ist. Zu diesen Gruppen gehören auch die Royal Rangers von Durrës, welche zu dieser Zeit gerade ein Fischer-Camp am Strand durchgeführt haben. Die Kinder waren voller Begeisterung und haben die Zeit in der Gemeinschaft offensichtlich genossen. Das Programm war gefüllt mit Schwimmen im Meer, Fussballspielen, Erlernen verschiedener Fähigkeiten eines Royal Rangers, olympischen Spielen, Gruppenpräsentationen und Andachtszeiten ums Lagerfeuer. Dabei konnten die Kinder Geschichten der Bibel hören, wo es nicht nur um Fischer auf See ging, sondern auch darum, dass Jesus uns zu Menschenfischern machen will. Es hat mich immer wieder berührt wie die Kinder mit Leib und Seele mitgesungen und laut gebetet haben. Das Camp nahm ein schönes Ende, als der Siegespreis der olympischen Spiele freiwillig von den Siegern an alle Teilnehmern verteilt wurde. Ein anderes Projekt von Nehemia ist die Verteilung von Hilfspaketen an Familien mit sehr grosser Armut. Diese beinhalten Nahrungsmittel, sowie einiges an Haushaltsmaterialien und sollte diesen Familien Unterstützung bieten.  Ich durfte dreimal bei einem Besuch und der Übergabe der Pakete mit dabei sein und war sehr mitgenommen zu sehen, unter welchen Umständen manche Familien leben müssen. Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor ein grosses Problem in Albanien und bringt viel Abhängigkeit und Leid mit sich. Das Team von Nehemia ist hier stark herausgefordert, wie und wo sie sich am besten einbringen sollten. Dies fordert viel   Fingerspitzengefühl, Einheit des Teams und Weisheit, um die richtigen Schritte zu machen.  

Zudem ist der Bau der neuen Kindertagesstätte in vollem Gange und verlangt sehr viel an Organisationsarbeit von Dietrichs ab. Ich durfte auch mitverfolgen wie für einige Tage drei Arbeiter aus der Schweiz kamen, um den Bau mit Elektrizität und Sanitäranlagen auszustatten. Spannend war es, die Unterschiede der schweizerischen und albanischen Standards mitzuhören, welche in allen Arbeitsbereichen natürlicherweise immer wieder auftauchen. Somit konnte ich die Kultur Albaniens, wenn auch nur für eine relativ kurze Zeit, etwas miterleben. Dazu gehörten natürlich nicht nur der etwas andere Fahrstil auf den Strassen Albaniens, die allerseits häufig benutzte Autohupe (wobei sie  nicht nur als Warnung, sondern auch als Dankes-, Begrüssungs- oder Abschiedssignal gilt), sondern auch das Hundegebell und Hahngekrähe tags- sowie auch nachtsüber, oder das stundenlange Schlendern dem Meer entlang gehören zum albanischen Alltag. 

Natürlich kam auch ich nicht um den türkischen Kaffee herum, welchen man zu meiner Belustigung schlürfend trinkt um zu zeigen, dass es einem schmeckt. So fand ich mich und Dora eines Morgens in einem der umliegenden Dörfer, auf einem Sofa sitzend mit zwei dieser Kaffeetässchen in den Händen und musste mir das Grinsen zurückhalten, als wir nun zusammen um die Wette schlürften. Die Gastfreundschaft, Offenheit und Anteilnahme durfte ich hier in ganz anderen Massen erleben, aber auch die Direktheit und das Temperament empfand ich als ein grosser Unterschied zur Schweiz.

Doch etwas, was mir stark aufgefallen ist hier in Durrës ist: Mission beginnt, wo auch immer wir uns befinden. Ob wir uns nun in einem weniger oder weiter entwickelten Land befinden; Nicht nur arme Menschen brauchen die Liebe und Beziehung zu Gott, sondern auch der ganze Rest. In erster Linie geht es nicht darum, unsere guten Taten zu lieben, sondern Gott so sehr zu lieben und mit ihm Beziehung zu leben, dass wir nicht anders können, als seine Liebe weiterzugeben und zu helfen wo auch immer wir können.  Doch wenn wir es aus uns selber versuchen, werden wir einmal keine Kraft mehr haben.  Ich durfte sehen und miterleben wie das ganze Team von Nehemia sich immer wieder nach Gott ausstreckt und sich von ihm führen lassen will, damit er jedes einzelne einsetzen und gebrauchen kann, wie er es geplant hat. Dies hat mich schwer beeindruckt. An dieser Stelle möchte ich mich bei Dora und Ueli Dietrich, aber auch beim ganzen Team Nehemia herzlich bedanken, für den Einblick, den sie mir ermöglicht haben und für die Inspiration, die sie für mich in meinem persönlichen Glauben waren. Vielen Dank euch allen!  

In Liebe und Dankbarkeit,  

Stefanie Zaugg, 30.5.16 Durrës, Albanien 

Zoti ju bekoftë!